Stressmanagement für Mütter und Väter – Infos über Stressabbau

20.02.2018

Stressmanagement - Infos über den Stressabbau

Hallo, schön, dass Sie dabei sind und etwas tun möchten, um Ihren Stress zu minimieren! Heute geht es darum, wie wir Stressoren reduzieren können, um gar nicht erst in Stresssituationen zu geraten.

Dies ist nämlich enorm wichtig, denn das Alltagsleben bietet tagtäglich einige Hürden die überwunden werden müssen. Gerade die Eltern haben durch Neugeborene, Babys und durch ihre Kinde etwas mehr Hektik sowie Stress.

Einige Stressoren können wir durch Veränderungen selbst beseitigen.

Stress in Kauf nehmen

Vorweg möchte ich allerdings einige Situationen nennen, in denen wir Stressoren bewusst in Kauf nehmen. Wenn ich eine Aus- oder Weiterbildung, oder eine Arbeitstätigkeit beginne, dann ist mir klar, dass damit auch Prüfungen oder schwierige Aufgaben verbunden sind, die ich bewältigen muss. Für ein höheres Ziel nehme ich diesen womöglich extremen Stress in Kauf, kann die Stressoren also nicht vermeiden, höchstens in ihrer Wirkung verringern. Der Umgang mit diesen Situationen wird ja später besprochen. Auch in Beziehungen muss ich davon ausgehen, dass Missverständ­nisse, Konflikte, Enttäuschungen und andere Belastungen auftreten. Dennoch kann ich nicht davon abraten, aus diesen Gründen keinerlei Beziehung einzugehen. Auch hier gibt es ein höheres Ziel – das Leben in Beziehung – das uns die Energie gibt, vorübergehenden Stress in Kauf zu nehmen.

Stressoren durch Veränderung selbst reduzieren

Nun zu den Konstellationen, in denen wir Stressoren reduzieren können und sollten. Oberste Regel ist dabei, die Probleme selbst anzugehen, nicht auf Veränderungen von außen zu warten, sondern eine Lösung für sich selbst zu finden. Ein Spruch dazu, der unter anderem Reinhold Niebuhr zugeschrieben wird, geht folgendermaßen:

„Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Wenn ich also einen Stressor wahrnehme, sollte ich zunächst prüfen, ob ich die Situation selbst ändern kann. Nehmen wir an, in Ihrem Berufsalltag gibt es irgendein Formular, dass Sie regelmäßig ausfüllen müssen, ohne dass Ihnen der Sinn einleuchtet. Das kostet Sie immer ein bisschen „Nerven“. Dann prüfen Sie bitte, ob das wirklich so sein muss, ob der Vorgang vereinfacht oder vielleicht sogar abgeschafft werden kann! Eventuell sind Sie derjenige, der nur ausspricht, was viele denken und können eine Veränderung in Gang setzen. Falls Sie dennoch auf Mauern stoßen, dann üben Sie sich bitte in Gelassenheit, denn jede weitere Energie wäre verschwendet.

Noch einmal das Zitat „Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Beispiele

Ich möchte nun anhand von verschiedenen Beispielen erklären, wie Sie Stressoren selbst reduzieren können.

Gegen Unterbrechungen in einer wichtigen Arbeit helfen: Telefon ausschalten, Türe schließen, ein Schild mit „Bitte nicht stören“, frühmorgens arbeiten. Wenn es sein muss, beantragen Sie die Umgestaltung ihres Arbeitsplatzes oder einen Wechsel.

Nehmen Sie Lärm oder Reizüberflutung bitte nicht hin. Sprechen Sie stattdessen den Auslöser freundlich an oder wenn das nicht geht, versuchen Sie sich davor zu schützen durch Maßnahmen wie Türe schließen, Ohrstöpsel benutzen oder sich von der Lärmquelle entfernen.

Konflikte sollten Sie angehen in einem klärenden Gespräch. Eine vermittelnde dritte Person kann helfen. Selbst wenn keine Lösung erzielt wird, sind danach meistens die Positionen klarer. Ein Besuch eines Konfliktlösungstrainings kann Ihnen auch für andere Situationen helfen.

Wenn Sie Stau stresst, dann überlegen Sie andere Strecken oder Alternativen wie Bahn oder Fahrrad.

Auch rote Ampeln können Sie vermeiden, indem Sie andere Strecken wählen oder indem Sie Ehrgeiz entwickeln, die Phasen genau abzupassen.

Wenn Sie täglich mit belastenden Arbeitsinhalten konfrontiert sind, gehört dies vermutlich zu Ihrem Job. Sie sollten sich aber tatsächlich überlegen, ob Sie dies auch für die nächsten Jahre in Kauf nehmen möchten. Ein Rettungssanitäter, der mit den Schicksalen der Unfallopfer nicht klar kommt, soll bitte nicht den Held spielen. Bitte erlauben Sie sich, einmal darüber nachzudenken, ob Sie die Belastung nicht reduzieren können. Das kann auch durch eine kleinere Veränderung in der Zuständigkeit passieren, z.B. eher koordinierende Aufgaben statt ausführende oder umgekehrt.

Einige Belastungen können durch Hilfe von außen verringert werden. Oft kostet das Geld und am Anfang auch Zeit und Mühe zum Organisieren. Der Aufwand kann sich aber lohnen, wenn Sie dadurch an Lebensqualität gewinnen. So können Reinigungshilfen, Tagesmütter, Pflegekräfte, Steuerberater usw. unliebsame Aufgaben zumindest teilweise abnehmen. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine Konzentration auf die eigenen „Kernkompetenzen“.

Vielleicht sehen Sie schon, dass Sie selbst erst einmal Zeit und teilweise auch Geld investieren müssen, um später von der Entlastung zu profitieren. Wenn Sie aber diese Entscheidung getroffen haben, dann geht es Ihnen vermutlich auch langfristig besser.

Beim Zeitdruck ist entscheidend, wieviel Sie sich selbst zumuten bzw. sich aufbürden lassen. Ich kann nur davor warnen, Zeitmanagement als Methode zu sehen, immer mehr Aufgaben in der gleichen Zeit zu bewältigen. Wesentlicher Bestandteil des Zeitmanagements ist die herausfordernde Entscheidung, sich von einigen selbst gesetzten Zielen zu verabschieden. Ich kann eben nicht alles schaffen, sondern nur die wichtigsten Dinge. Und das ist auch in Ordnung so.

Bevor Sie nun das Video unserer Kollegin zum Zeitmanagement ansehen, bitte ich Sie aufzuschreiben, welche kleine Veränderung Sie sich vornehmen möchten, um Ihre Stressoren zu reduzieren. Die Veränderung sollte konkret sein, und von Ihnen selbst bald durchführbar.

Ihr Luis Vega
Stressbewältigungstrainer, Dipl.-Sozialpädagoge

www.stress-minimal.de

Der Gesundheitskurs „Stress minimal“ ist ein zertifizierter Präventionskurs zur Stressbewältigung. Er besteht aus neun wöchentlichen Kurseinheiten und wird begleitet durch Web-Seminare, Internetforum und Blog. Der Kurs wird von den gesetzlichen Krankenkassen mit 80 – 100 % bezuschusst und mit Bonuspunkten gefördert.