Ist Ihr Kind bereit zum Trocken werden?

03.06.2015

Die Zeit rennt und viele Eltern können das Ende der Windel- und Wickelzeit kaum erwarten. Sie sehen es als großen Entwicklungsschub ihres Kindes an. Aber nur wenige sind darauf vorbereitet, dass trocken werden ein Prozess sein kann, der sehr langwierig ist. Es gibt zwar Kinder, die innerhalb kürzester Zeit keine Windeln mehr tragen, aber das ist generell die Ausnahme und nicht die Regel.

Die besten Chancen haben Sie und Ihr Kind, wenn Sie sich mit den wichtigsten Fakten des Trockenwerdens vertraut machen. Diese können Sie anhand von Wissen, an Ihr Kind vereinfacht, aber auch deutlich und definiert weitergeben.

1. Ist mein Kind bereit, zum trocken werden?

Die meisten Eltern beginnen mit dem Töpfchen. Einige Kinder sind allerdings bis zu ihrem vierten Lebensjahr noch nicht bereit. Warten Sie auf die Anzeichen, wie zum  Beispiel, wenn Ihr Kind beginnt Ihre Toilettengänge, oder die Ihres Partners zu imitieren, oder beginnt zu zeigen. Reden Sie darüber, bevor Sie auf die Toilette gehen und reden jeden Schritt vor sich hin. Zeigen Sie Ihrem Kind gleich, wie man sich wieder richtig anzieht und die Hände wäscht. Üben Sie in keinem Fall Druck auf Ihr Kind aus. Sie werden es merken, wenn Ihr Kind dazu bereit ist. Wenn Sie sich dennoch unsicher sind, haben wir eine kleine Übersicht geschaffen, welche Sie Schritt für Schritt durchleben können.

2. Investieren Sie

[/info]Eine der wichtigsten Investitionen, ist ein Töpfchen oder ein spezieller Toilettenaufsatz. Wofür für Sie sich auch entscheiden mögen, vergewissern Sie sich, das keine Rutschgefahr besteht, oder Ihr Kind vereinfacht fallen könnte. Um das Wesentliche dann interessant zu gestalten, können Sie das Ganze Ihrem Kind auch bildlich dar stellen, anhand von Videos oder Büchern.

3. Regelmäßigkeit schaffen

Versuchen Sie Ihr Kind, auch angezogen, wenn notwendig nach den Mahlzeiten auf den Topf zu setzen. Selbstverständlich auch zwischendurch. Wichtig dabei ist, dass Sie Ihrem Kind damit eine Selbstverständlichkeit und Routine vermitteln. Auch wenn es mal nicht sitzen bleiben möchte, ist das völlig in Ordnung. Dramatisieren Sie das Thema nicht und zwingen Sie es in keinem Fall, sitzen bleiben zu müssen. Erreicht wird dann lediglich eine Abwehrhaltung gegenüber dem Topf/Toilettenaufsatz. Wenn Ihr Kind dann gerne auf dem Töpfchen sitzt, ist das Klasse! Versuchen Sie in dieser Phase nicht, jegliche Erklärungen zu liefern, denn Ihr Kind soll in erster Linie einfach erkennen, das es dazu gehört und völlig harmlos ist. Auch in den Sommermonaten, speziell im Garten oder am Haus. Den Topf können Sie überall mit hinnehmen, sodass der Eingewöhnung nichts im Wege steht.

4. Abschied von den Windeln

In dieser Phase sitzt Ihr Kind bereits auf dem Töpfchen. Lassen Sie ihm Zeit, sich daran zu gewöhnen. Jetzt können Sie ihm erklären, warum es dort sitzt und die Mama, Papa und gegebenenfalls die älteren Geschwister jeden Tag auch nichts anderes tun und dass dieses Ritual einfach dazugehört. Geben Sie Ihrem Kind entsprechende Zeit, sich daran zu gewöhnen, wie es sich ohne Windel anfühlt. Lassen Sie bei allen denkbaren Gelegenheiten diese nun weg. Wenn Ihr Kind nun verstehen kann, weshalb es den Topf benutzen sollte, dann sind Sie einen Schritt weiter. Sollte dies noch nicht ganz der Fall sein, bewahren Sie Geduld und erklären es liebevoll erneut.

5. Erläuterung und Darstellung des Werdegangs

Evtl. kann es eine Hilfe sein, Ihrem Kind zu erklären,  wohin sein Geschäft entschwindet. Das nächste Mal, wenn etwas in die Windel geht, gehen Sie mit ihm zum Töpfchen und entleeren es. Durch das direkte Beobachten, was mit dem Windelinhalt geschieht, lernt es vielleicht eher, warum es auf den Topf gehen sollte. Entleeren Sie dann das Töpfchen in die Toilette und lassen Sie Ihr Kind die Spülung betätigen, aber nur wenn es Spaß daran hat.

6. Unabhängigkeit erarbeiten

Fördern Sie Ihr Kind, den Topf auch allein aufzusuchen. Oder es soll Ihnen Bescheid geben, damit Sie mit ihm zusammen ins Bad gehen können. Erzählen Sie ihm, dass es nun jederzeit auf das Töpfchen gehen kann und wenn möglich erinnern Sie Ihr Kind stetig daran.

7. Interesse am Neuen schaffen

Einige Kinder sind neugierig und mögen die Windel, die wie eine Unterhose benutzt wird. Es wird helfen, Ihr Ziel zu erreichen, wenn Sie es Ihrem Kind so schmackhaft und interessant wie nur möglich machen. Es kann aber auch sein, dass Ihr Kind diese neue Windel überhaupt nicht mag und deshalb diese Erfahrung negiert. Preisen Sie damit, dass es ganz toll ist, Unterwäsche, statt Windeln zu tragen.

8. Reagieren Sie richtig auf Missgeschicke

Fast jedem Kind, passieren in der Phase des Trockenwerdens, einige Missgeschicke. Das ist ganz normal und überhaupt nicht dramatisch. Es geht öfters mal etwas in die Hose, bis Ihr Kind endgültig trocken ist, tags wie auch nachts. Auch hier gilt, dass Sie weder wütend noch enttäuscht wirken. Kaum Zeit ist vergangen, so dass sich die Blasenmuskulatur und der Schließmuskel soweit ausgebildet haben, dass sie stark genug sind, die Blase und den Enddarm fest verschließen zu können. Um diesen Prozess entsprechend ausführen zu können, benötigt es eine gewisse Zeit. Haben Sie entsprechendes Verständnis und bewahren Sie Ruhe und Geduld, wenn es mal nicht funktioniert. Vergessen Sie nie, dass Ihr Kind in einer Lernphase ist.

9. Trocken werden, zur Nacht

Benutzt Ihr Kind am Tag kontinuierlich den Topf oder die Toilette, wird es vielleicht trotz alledem eine Weile dauern können, bis es nachts Trocken ist. Heben Sie zur Sicherheit, die übrig gebliebenen Windeln auf. Jeder weiß, dass ausreichend Flüssigkeitszufuhr von Wichtigkeit trägt, allerdings können Sie gemeinsam darauf achten, das Ihr Kind zum Abend hin, nicht mehr ganz so viel trinkt. Lassen Sie Ihr Kind mit der Sicherheit einschlafen, dass es Sie immer rufen kann, wenn es nachts wach wird, sodass Sie gemeinsam zur Toilette gehen können. Um einen weiten Weg zu sparen und die Nachtruhe zu bewahren, können Sie den Topf auch direkt im Zimmer platzieren (zum Schlaf).

10. Wir haben es vollbracht

Auch wenn man es sich kaum vorstellen kann; aber wenn ihr Kind der Ansicht ist trocken zu werden, dann wird es Ihr Kind auch schaffen, mit Ihrer Hilfe. Warten Sie, bis der entsprechende Zeitpunkt gekommen ist, damit diese Phase nicht zu anstrengend und aufwendig für Sie wird. Kinder haben bei diesem Prozess ihre eigene Geschwindigkeit und mit entsprechender Geduld und Ihrem vollem Verständnis, werden Sie gemeinsam Ihr Ziel erreichen.

Viel Erfolg